Die SPD-Veranstaltung Arbeit und Leben 4.0 hat die Chancen und Risiken, die damit einhergehen, aufgezeigt. Referenten aus Politik, Wirtschaft und Arbeitsagentur haben jeweils ihre Sichtweise dargestellt. Die Arbeitswelt bewegt sich in einem noch nicht ganz greifbaren Spannungsbogen, einem digitalen Netzwerk, was als Grundlage des zukünftigen Handelns dienen wird.

 

Sinischa Horvat, Betriebsratsvorsitzender BASF SE, hat als Hauptreferent die Veränderungen in der Arbeitswelt aus seiner Sicht vorgestellt, beleuchtet und kommentiert. Arbeitsplätze und Berufsbilder werden zwangläufig Veränderungen erfahren. Die Erkenntnis zeigt, dass hierdurch das duale Ausbildungssystem wieder stärker in den Vordergrund gerückt werden muss, denn die Verknüpfung von Schule und Betrieb oder Theorie und Praxis, ist eine hervorragende Voraussetzung für künftige neue digitale Arbeitsplätze. 4.0 löst eine Dynamik aus, die einen ständigen Lernprozess voraussetzt und hier gilt es die Fürsorge für die Mitarbeiter nicht aus den Augen zu verlieren. Qualifizierung und Changeprozesse werden das Hauptaufgabenfeld der Zukunft sein. „Wir müssen die Menschen mitnehmen“, so Horvat.

Bundestagsabgeordnete Doris Barnett hat aus Sicht der SPD die sozialen Ansätze im Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung der Arbeitswelt aufgezeigt. Hierzu gehören auch für sie die Förderung der dualen Ausbildung sowie eine soziale Innovationspolitik. Dabei müssen die Aspekte der Sicherheit und des Datenschutzes Berücksichtigung finden. „Wir müssen den Prozess menschengerecht begleiten und das schaffen wir, weil wir es wollen“, so Barnett.

Ralf Michalak, Personalleiter und stellvertretender Geschäftsführer für Controlling und Finanzen bei der Arbeitsagentur Mainz, rundete das Thema aus dem Blickwinkel der Arbeitsvermittlung und den einhergehenden Veränderungen durch die Digitalisierung ab. Die größten  Auswirkungen wird die Arbeitswelt, die Menschen, treffen. Aber jeder Wandel hat seine Chancen, die sich hier in neuen Berufsbildern, veränderten und oft leichter händelbaren Arbeitsabläufen darstellen und eine stete bessere Qualifizierung der Mitarbeiter mit sich bringt. Chancen sind auch bei Langzeitarbeitslosen festzumachen und bei kleineren Unternehmen durch neue Innovations- und Gründungsdynamik. Mögliche Risiken wie der gläserne Mitarbeiter oder grenzenlose Arbeitszeiten sowie Arbeitsschutz und –recht müssen immer im Blickfeld der Verantwortlichen bleiben.

Die Arbeitsagentur hat sich mit individuellen Dienstleistungen, Beratungskompetenz, Talentmanagement sowie Vernetzung mit Unternehmen und Branchenverbänden dem Digitalisierungsprozess 4.0 angepasst. Auch Unterstützungsmaßnehmen für Kommunen oder Städte wie flexible Betreuungsangebote, haushaltsnahe Dienstleistungen in der Pflege, Internetausbau und eine digitale Verwaltung sollen hierbei nicht außen vor bleiben. „Wir müssen  uns dem Wandel anpassen, denn nichts ist beständiger als der Wandel“, so Michalak.

In der anschließenden Diskussion, geleitet von Lisa Wüchner, Ortsvereinsvorsitzende, wurde  die Entgeltsteuerung, eines der wichtigsten Aufgabe der Betriebsratsgremien in diesem digitalen Veränderungsprozess, der Wandel der Arbeitsagentur neben dem klassischen Vermittler zum Fort- und Weiterbildungsanbieter, deutlich heraus gestellt. Behinderte und weniger qualifizierte Menschen dürfen bei diesem Prozess nicht vergessen werden.

 

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